Lists killed the Twitter star

Die Kernbotschaft ist klar. Einfachheit:

simplicity

Davon entfernt sich Twitter gerade, wie ich fürchte. Ich sehe die Einführung der Listen ein bisschen als den Anfang vom Ende. Für mich liegt die Faszination von Twitter zum großen Teil in der Einfachheit begründet. Anmelden und folgen. So einfach war es bisher.

Langsam wird es aber kompliziert. Richte ich mir Listen ein oder nicht? Wer kommt auf die Listen? Fühlt sich jemand auf den Schlips getreten, der nicht auf den entsprechenden Listen auftaucht? Warum braucht man Listen? Um die 1000 Followees zu sortieren, denen man folgt? Da beißt sich die Katze irgendwie in den Schwanz.

Ich fürchte, Twitter gerät ähnlich wie StudizVZ und Facebook in den Strudel des Feature-Overkill. Bestehenden Nutzern will man noch mehr Features bieten, weil die Fokusgruppen das mal so gesagt haben. Aber schreckt man damit nicht gleichzeitig neue Nutzer ab? Geht das Ganze nicht irgendwann zu sehr zu Lasten der Usability frei nach dem Motto „Profil individualisieren bis zum Abwinken“?

Schokoladenmundpropaganda

Viele schlechte Beispiele für virales Marketing zeigen die Schwierigkeit, Empfehlungen zu initiieren und zu steuern.

Wie man es richtig macht, zeigen Michael Bruck und Franz Duge, die Gründer von Chocri, einem Startups für individuelle Schokolade. Die Idee ist so einfach wie genial, dass ich mich unwillkürlich frage, warum ich nicht auch darauf gekommen bin: Der Kunde kann sich aus einer großen Auswahl von Zutaten eine individuelle Tafel Schokolade zusammenstellen und bestellen (vergleichbar mit mymuesli.de). Der Online-Shop wird am 1.9. starten, die PR muss weitaus früher ansetzen. Entsprechend dem Charakter der Idee liegt es nahe, die Dialoggruppen (Zielgruppe und Multiplikatoren) über das Web anzusprechen.

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