Social Intrapreneur – wtf?

Das erste Mal hörte ich von diesen Social Irgendwas vor etwa einem Jahr, als ich bei einem Abendessen eine junge Amerikanerin traf, die sich als Social Entrepreneur vorstellte. Was das sein sollte, war mir am Ende des Abends nicht wirklich klar. Irgendwas mit Corporate Social Responsibility. Dachte ich so.

In der Zwischenzeit interessiere ich mich selbst für Wege, mit der Digitalisierung die Welt etwas zu verbessern. In dem Zusammenhang stolperte ich neulich über Social Intrapreneurship. Man beachte das a. Na prima, noch so ein buzz word. Dachte ich so.

Nach einer kleinen, interessanten Abendveranstaltung der BMW-Stiftung zum Thema bin ich jetzt etwas schlauer.

Social Entrepreneure sind Idealisten, die ein Projekt oder eine Idee haben und damit gesellschaftlich etwas bewegen wollen.

Social Intrapreneurship bedeutet, dass Menschen einer Organisation – in der Regel wohl Unternehmen – ihr Know-how und ihre Ressourcen für den gesellschaftlichen Wandel einsetzen, also etwas Gutes tun und wohl nicht selten mit Social Entrepreneurs zusammen arbeiten. Hört sich soweit ganz nett an, hat aber ein paar Haken. Dieses Engagement geschieht zwar durchaus mittels Ressourcen des jeweiligen Arbeitgebers, aber außerhalb der Arbeitszeit. Unternehmen tolerieren solche Idealisten, fördern sie durchaus, aber natürlich nicht ohne die Hoffnung auf Zusatznutzen. Social Intrapreneurs sind eine angenehme Möglichkeit, Innovationen und neue Märkte zu identifizieren.

Damit ist Social Intrapreneurship durchaus anders einzuordnen als Corporate Social Responsibility, welche eher der Reputation dient und gezielt vom Unternehmen gesteuert wird. Auch gerne als „strategisches Sponsoring“ bezeichnet.

Mein Fazit? Es werden kleine und mittlere Projekte umgesetzt oder zumindest gefördert, die etwas zum Guten verändern wollen. Mit recht wenig Aufwand können Unternehmen tatsächlich Innovationen identifizieren. Der etwas bittere Beigeschmack, der mir nicht von der Zunge will: Das Risiko belässt man dabei weitgehend bei den Social Entrepreneuren und die Investitionskosten hält man damit ebenfalls niedrig. Mir wäre wohler, wenn der Preis, der für die neuen Ideen damit gezahlt würde, mehr ihrem Wert entspräche.

 

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